Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich (* 5. September 1774 in Greifswald; † 7. Mai 1840 in Dresden) war ein deutscher Maler, Grafiker und Zeichner. Er gilt heute als der bedeutendste Künstler der deutschen Frühromantik. Mit seinen auf die Wirkungsästhetik ausgerichteten, konstruierten Bilderfindungen, die den geläufigen Vorstellungen einer romantischen Malerei als gefühlige Ausdruckskunst widersprechen, leistete er einen originären Beitrag zur modernen Kunst. In den Hauptwerken Friedrichs wird in revolutionärer Weise der Bruch mit den Traditionen der Landschaftsmalerei von Barock und Klassizismus vollzogen. Der Themen- und Motivkanon dieser Bilder vereinigt Landschaft und Religion vorzugsweise zu Allegorien von Einsamkeit, Tod, Jenseitsvorstellungen und Erlösungshoffnungen. Friedrichs von Melancholie geprägtes Welt- und Selbstverständnis wird als exemplarisch für das Künstlerbild in der Epoche der Romantik gesehen.

Die verborgene Geometrie in Friedrichs Bildern und die verwendete Metaphernsprache verweist nach Ansicht von Hubertus Gaßner auf die ausgeprägte Symbolik der Freimaurer am Beginn des 19. Jahrhunderts. Beispielsweise seien die in der Landschaft platzierten Rückenfiguren oder ein- und ausfahrende Schiffe auch Grundfiguren freimaurerischen Denkens.[91] Auch Anna Mika analysiert die Bilder unter dem Gesichtspunkt verborgener geometrischer Figuren aus dem freimaurerischen Einweihungsprogramm und erkennt beim Wanderer über dem Nebelmeer deutlich die „siebenstufige Himmelsleiter“.[92] Vorausgesetzt wird, Friedrich sei selbst Freimaurer gewesen. Dafür gibt es jedoch keine Belege. Weder in einer Greifswalder noch in einer Dresdner Loge ist der Maler als Mitglied verzeichnet, stand aber in engen Beziehungen zu Freimaurern. Sein Zeichenlehrer Quistorp gehörte der Greifswalder Johannesloge Carl zu den drei Greifen an, Kersting der Dresdner Loge Phoebus Appollo. Der dem Tetschener Altar ähnlich sehende Altarentwurf Kreuz mit Regenbogen von 1816 soll Friedrich mit ausgesprochener Freimaurer-Symbolik zum Gedenken an den verstorbenen Herzog Karl gefertigt haben.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Caspar_David_Friedrich)

 

Caspar David Friedrich, „Der Wandererüber dem Nebelmeer“ (1818)

„Ich denke, dass unser Nicht- und vielleicht Beinahe-Bruder, der gläubige Caspar David Friedrich, möglicherweise ein Pantheist war – warum sonst seine Landschaften? Ich denke, dass wir an ihm sehen können, wo die Parallele zwischen dem Kunstwerk und dem freimaurerischen Ritual verläuft, auf einer viel höheren Ebene als derjenigen irgendwelcher Symbol-Ähnlich-keiten und Geometrien.“ Er verwies abschließend auf das Bild „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ und rezitierte: „Das bist Du“ – „tat tvam asi“ bei den Hindus und bei Schopenhauer – ist kaum etwas anderes als der Spruch, der den Aufzunehmenden in die Mitte des Tempels führt, wie es in unserem Ritual heißt: „Erkenne Dich selbst!“
Axel Pohlmann in HUMANITÄT 3/2016 S.20/21)

(Quelle: HUMANITÄT Das Deutsche Freimaurer-Magazin,  Ausgabe 3/2016, Seite 20 und 21)